Ein Trekking-Rad für das beste Foto
Die Fahrradstadt Aachen aus neuer Perspektive: Hendrik Brixius (auf unserem
Foto links) heißt der Gewinner des jüngsten Fotowettbewerbs
zum Aachener Fahrradsommer 1998. Im Vordergrund stand diesmal die Frage
„Wie fahrradfreundlich ist Aachen?" Brixius' Bild ,,Fahrradstraße"
wurde mit dem Hauptgewinn bedacht: Christoph Gier vom Fahrradladen Velo
überreichte dem Gewinner ein nagelneues hochwertiges Trekking-Bike
- damit der die junge Künstler Drahtesel-Pfade nicht nur mit Objektiv,
sondern auch per Pedale erkunden kann. Foto: Schmitter
[Aus der Aachener Zeitung vom 13.10.1998]
Fotowettbewerb Fahrradfreundliches Aachen: Trekking-Rad
war 1. Preis Ahnungsloser Sieger
Von Nachrichten-Mitarbeiterin Elli Kovacs
Aachen. Der ,,Fahrrad-Sommer 1998" ist zu Ende. Jetzt trafen sich
Radfreunde zur Abschlußveranstaltung - der Preisverleihung im Fotowettbewerb
"Fahrradfreundliches Aachen".
Eine Fahrradstraße hatte Hendrik
Brixius fotografiert und mit seinem Schwarzweißbild den ersten Preis
im Wettbewerb gewonnen. Er freute sich über sein neues Trekking-Bike.
Was eine Fahrradstraße ist, wisse er nicht so genau, mußte
er allerdings zugeben. ,,Hier haben die Radfahrer das Sagen, und die Autofahrer
müssen sich unterordnen", erklärte Uwe Müller, Radverkehrsbeauftragter
der Stadt. In den nächsten Wochen werden weitere Fahrradspuren markiert,
so zum Beispiel auf der von-Coels-Straße, auf der Krefelder Straße,
der Burtscheider und der Eupener Straße. Acht Bike & Ride-Station
sind geplant. Bisher ist die Kombination Radeln/Bus fahren nur an der Grenze
nach Vaals möglich.
Nur 20 Aachener beteiligten sich am diesjährigen Fotowettbewerb
,,Fahrradfreundliches Aachen". ,,Keiner hat Mißstände angeprangert
oder auch nur angedeutet, bemerkte Uwe Müller.
Kritik an der Fahrradfreundlichkeit Aachens übte dagegen der Inhaber
des Fahrradladens Velo, Christoph Gier, der dem Preisträger das Trekking-Bike
überreichte. An jedem Tag erlebe er mindestens eine gefährliche
Situation oder einen Beinah-Unfall. ,,In Aachen gibt es einige brutale
Punkte für Radfahrer", stellt er fest. Gefährlich sei das Radeln
zwischen Marschiertor und Stadtverwaltung, an der Hauptpost und an vielen
Punkten, wo Radweg in Bürgersteige integriert sind.
Wußte zwar nicht so genau, was er da eigentlich
fotografiert hatte, freute sich aber trotzdem über den 1. Preis:
Sieger Hendrik Brixius (re.) mit Christoph Gier vom
Fahrradladen Velo, dem Stifter des Trekking-Rades.
Foto: Heike Lachmann
[Aus den Aachener Nachrichten vom
10.10.1998]
Bemerkung zur Ahnungslosigkeit:
Erst seid dem 1. September 1997 gibt es offiziell das Schild "Fahrradstraße"
in der StVO. Deshalb dürfte es nur den wenigsten bekannt sein, welche
Vorteile man in einer derart beschilderten Strasse als Radfahrer ausnutzen
darf. Um die Bedeutung dieses Schildes bekannt zu machen, habe ich beim
Gespräch mit der Presse ausdrücklich Herrn Müller
gebeten, den Begriff "Fahrradstraße" nochmals zu erläutern.
Die PressevertreterInnen kannten ihn nämlich nicht.
Fahrradstraße
Zeichen 244
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Durch Zeichen 244 können Fahrbahnen als "Fahrradstraße" beschildert
werden.
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Fahrradstraßen können zur Bündelung des Radverkehrs auf
Straßen, auf denen der Radverkehr überwiegt oder in Zukunft
überwiegen soll, eingerichtet werden.
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In Fahrradstraßen gelten einschließlich der Vorfahrtsregelung
alle Vorschriften über die Straßenbenutzung auf der Fahrbahn.
In Fahrradstraßen dürfen Radfahrer nebeneinander fahren.
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Fahrradstraßen sollen gegenüber anderen Erschließungsstraßen
"Vorfahrt" erhalten (ERA 95).
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Andere Fahrzeuge dürfen ausnahmsweise (in einer oder in beiden Fahrtrichtungen)
zugelassen werden. Sie haben sich dem Radverkehr unterzuordnen und dürfen
nur "mäßig schnell" fahren.
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Die wesentlichen Neuerungen der 24. Novellierung der StVO, der sogenannten
"Fahrradnovelle", vom 1. September 1997 waren:
- Benutzungspflicht nur noch für beschilderte Radwege
- Verstärkte Mitbenutzungsmöglichkeit von Fahrbahnen durch
Radfahrstreifen und "Schutzstreifen für Radfahrer"
- Ausweisung von Fahrradstraßen (siehe oben) auf geeigneten Straßen
- Radverkehr auch auf Busspuren
- Versuchsweise Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung
- zunächst befristet bis Ende 2000
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