Hier sehen Sie Fotos von der feierlichen Vesper am 9. Juni. Dort wurden nach altem Brauch in Gegenwart der Vertreter der Stadt Aachen das Schloß geöffnet und die Heiligtümer (Kleid Mariens, die Windeln und das Lendentuch Jesu und das Enthauptungstuch des Johannes) der Wappentruhe entnommen. Diese Zeremonie findet seit 1349 nur alle sieben Jahre statt. Ausserdem gibt es ein paar Bilder von einer traditionellen Musikgruppe aus Bolivien, die in Anwesenheit Dr. Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen, im Rahmen einer Veranstaltung von Miserior sang.
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Weitere Bilder vom Aachener Dom auf der Domseite.
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Der von Karl
dem Großen erbaute und vor 1200 Jahren vollendete Dom war von Anfang
an das Ziel vieler Wallfahrer, die Maria, die Patronin des Münsters,
um ihre Fürbitte anriefen. Der Kaiser hatte seine Pfalzkapelle reich
mit Reliquien ausgestattet. Besondere Verehrung fanden seit Jahrhunderten
vier Reliquien aus Stoffen, die nach Alter und Machart auf die antike Welt
des Mittelmeeres hindeuten. Sie werden verehrt als das Kleid, das Maria
bei der Geburt Jesu getragen hat, als die Windeln Jesu, als das Tuch, in
das man das Haupt des Täufers Johannes nach seiner Hinrichtung barg,
und als das Lendentuch, das Jesus am Kreuz trug.
Im Laufe
der Jahrhunderte entstanden kostbare Geräte und Gefäße
zur Aufbewahrung der Reliquien. So auch der goldene Marienschrein, ein
Meisterwerk der Goldschmiedekunst im Land zwischen Rhein und Maas. Die
notwendige Konservierung wird im Heiligen Jahr vollendet sein, so dass
der Schrein. der seit Jahrhunderten diese großen Reliquien geborgen
hatte, am Fest der Verkündigung des Herrn, 25. März 2000, in
der Chorhalle des Domes seine Aufstellung finden kann.
Mit der Heiligtumsfahrt im Heiligen Jahr wird der seit 1349 nachweisbare siebenjährige Turnus fortgesetzt, ein Rhythmus, der nur ganz selten unterbrochen wurde. Die Tradition dieser Reliquienverehrung lässt sich mit Sicherheit nur bis auf Karl den Großen zurückführen. Wichtiger aber ist, und das erscheint weder als eine Erkenntnis unserer kritischen Zeit noch als eine Ausflucht aus der Verlegenheit: Die Frage der Echtheit dieser Reliquien ist zweitrangig. Entscheidend war und ist, dass in Aachen immer wieder gläubige Menschen in diesen Stoffreliquien Zeichen fanden und finden, die ihnen das Leben und Sterben des Herrn anschaulich machen. Zeichen, die ohne sie jeweils nach ihrer Authentizität zu befragen, den pilgernden Menschen den Blick öffnen für die Grundwahrheiten seines Glaubens.
Die Aachenfahrt 2000 lädt die Wallfahrer in den Gottesdiensten an den einzelnen Wallfahrtstagen zu einer Besinnung über die Zeichen der sieben Sakramente, durch die der Herr seine Zusage immerwährender Gegenwart unter uns einlöst. Der Ruf nach Aachen im Heiligen Jahr ist der Ruf, in einer großen Weggemeinschaft der Glaubenden und in der bewussten Weiterführung einer lebendigen Tradition das große Jubeljahr unserer Kirche mitzufeiern.
Im Rahmen einer feierlichen Vesper wurde am 09.06.2000 die vier Aachener Heiligtümer - das Kleid Mariens, die Windel Jesu, das Enthauptungstuch Johannes des Täufers und das Lendentuch des Herrn - erstmals nach sieben Jahren wieder gezeigt.
43 Hammerschläge hallten durch den Dom, in den hell das Licht durch die wieder strahlend bunten Chorhallen-Fenster fiel. Dann hatten die Goldschmiede Benedikt und Hubertus Foerster sowie Prosper Brüderlin das Schloss der Wappentruhe Richard von Cornwalls geöffnet.
Neun Tage lang wurden sie nun als Symbole des Glaubens verehrt. Das Zeremoniell war faszinierend und mutete geheimnisvoll an. Nach altem Ritus bat der Dompropst den Bischof, «die Heiligtümer erheben zu dürfen». Und doch war es diesmal etwas anders. Zunächst nämlich wird die ursprüngliche Heimstatt der Reliquien, der Marienschrein, geöffnet, dann die Wappentruhe, der vorerst zum letzten Mal die Heiligtümer entnommen werden. Ab Montag, den 19.06.2000 ruhen die Reliquien für sieben Jahre wieder im angestammten Schrein.
Bei der Vesper treten nach Eröffnung und Antiphonen (liturgischen Wechselgesängen) Dompropst Hans Müllejans und Oberbürgermeister Jürgen Linden an die Truhe, um die Unversehrtheit des mit Blei ausgegossenen Schlosses zu überprüfen. Fanfaren lassen das «Urbs aquensis» ertönen, die auserwählten Umstehenden dürfen den ersten Blick auf die Heiligtümer werfen. In einer kleinen Prozession werden sie, noch in bunte Seide verpackt, zur Sakristei gebracht.
«Wer vom Innern der Kirche, aus der Mitte des Glaubens diese biblischen Reliquien anschaut, dem können sie zur Brücke werden, die ihn mit Jesus, Maria und dem Täufer verbindet», sagte Bischof Heinrich Mussinghoff in seiner Predigt. «Wer glaubend schaut, dem ist die Echtheit dieser geistlichen Erfahrung weit mehr wert und wichtiger als die historische Echtheit der Reliquien, die eher einen nebensächlichen Rang erhält.» Wer draußen stehen bleibe, der könne nur «Lumpen» sehen.
Erstmals im Jubiläumsjahr des Aachener Münsters werden den Gläubigen die Heiligtümer gezeigt, als Zeichen der Geburt und der Menschwerdung Jesu, des Zeugnisses für den Herrn und der Erlösung durch Jesus Christus. Worte der Evangelisten und Gesänge begleiteten den feierlichen Akt.
In der Wallfahrtstruhe wurden die Reliquien für die Nacht sorgfältig verschlossen. Das inbrünstig aus tausenden Kehlen erklingende «Urbs aquensis» beendete die Feier. Unter Glockengeläut strömten die Menschen durch die Wolfstür ins Freie.
Alle Fotos: Copyright © H. Brixius