Rund ums Lernen

 

1. Aufnahme von Informationen

"Unser mentales Nervensystem hat sich an Ihre sensorische Mustererkennung gewöhnt." So macht Cd. Riker dem Androiden Cd. Data aus der Serie Star Trek verständlich, daß er und Counselour Troi mit Data befreundet ist. Genauso können wir uns mit unserem Lernstoff "anfreunden":

Unsere Sinnesorgane nehmen Reize aus der Umwelt auf und leiten sie an das Zentralnervensystem (Gehirn). Die aufgenommene Information wird in bit (=binary digit) gemessen. (1 bit ist die Informationsmenge, die zwischen zwei gleich wahrscheinlichen Möglichkeiten unterscheidet.) Pro Sekunde können die Sinnesorgane mehr als 500 Millionen bit aufnehmen, aber nur 16 bit werden uns bewußt. Mit zunehmenden Alter sinkt die Zuflußgeschwindigkeit genauso wie die Dauer, wie Lange wir die Informationen analysieren, mit anderem Wissen vergleichen und verknüpfen können. Diesem physiologischen Nachteil kann man durch gute Konzeptbildung kompensieren, indem man viel Stoff durch Superzeichen abdeckt.

Dazu später mehr.

2. Speicherung von Informationen

Nur 5 % von dem, was uns bewußt wird, können wir auch behalten. Im Kurzzeitgedächnis beträgt die Speicherungsfähigkeit 0,7 bit/s, im Langzeitgedächnis nur 0,05 bit/s. Wir brauchen also etwa 25mal so viel Zeit, um uns etwas einzuprägen als etwas zur Kenntnis zu nehmen. Das Einprägen ist also die aufwendigste Lernphase, deshalb muß der reine Merkstoff so gering wie möglich gehalten werden. Zum Beispiel durch

3. Abbau von Informationen

Von bewußt gewordener Information bilden wir allmählich Abbilder in den Gehirnzellen. Nehmen unsere Sinnesorgane nun Informationen auf, die sich mit bereits vorhandenen Abbildern (Konzepten) deckt, so können diese "abgehakt " werden, da sie bereits bekannt sind, und nicht mehr gelernt zu werden brauchen. Das Bewußtsein ist so frei für weitere Informationen. Die Kunst des Lernens ist es, die Konzepte so zu bilden, daß sie auf viele neue Informationen anwendbar sind.

4. Bilden von "Super-Infos"

Nehmen wir an, zwei Studierende haben das gleiche Lernangebot und sind gleich stark motiviert. Trotzdem lernt einer schneller und verfügt sicherer über das Wissen als der andere.

Warum?

Der eine prägt sich vor allem Einzelwissen ein, der andere versucht immer, alles in größeren Einheiten zusammenzufassen, d. h. er bildet Oberbegriffe, "Super-Infos", schafft Querverbindungen und sieht die einzelnen Fakten immer in der Beziehung zum Ganzen. Der zweite ist im jedem Fall im Vorteil.

Immer, wenn wir etwas neues aufnehmen, sollten wir versuchen, dieses zu Bekanntem in Beziehung zu setzen. Wir sollten uns bemühen eine logische Begründung zu finden, warum der Sachverhalt so ist bzw. so sein muß. Wenn wir uns auf diese Weise etwas klar machen, brauchen wir uns dieses nicht mehr zu merken. Die Fakten, die es uns jetzt ermöglichten, die Lücke durch logisches Denken zu schließen, stehen uns voraussichtlich auch in Zukunft zur Verfügung.

Tips zur Bildung komplexer Konzepte:

 

 

Hendrik (OIH 112)

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