Nach der Podiumsdiskussion habe ich mich noch mit ihm unterhalten.
Es ist sicher für viele interessant, dass Ranga Yogeshwar in Aachen
studiert hat und auf der 10. Etage des Theodore-von-Kármán-Haus
(auf der West-Seite, er meinte sich an die Zimmernummer 1005 erinnern zu
können) gewohnt hat. Die damalige Wohnsituation, als es u. a. noch
keine vernetzten Computer in jedem Zimmer gab, war nicht so angenehm und
die Zeit schwieriger als heute. Trotzdem wollt er den "Aachener
Uni-Kalender 1999" unserer Foto-AG,
in dem unter anderen auch ein ähnliches Zimmer, in dem er damals gewohnt
hat, abgebildet ist, unbedingt haben.


Ingenieure müssen verständlich
reden
Von Nachrichten-Mitarbeiterin Mirja
Ibsen
Aachen. Ranga Yogeshwar (WDR) diskutierte gemeinsam mit Sprachwissenschaftlern, Vertretern der Industrie und der Politik im Kármán Auditorium der RWTH über das Thema ,,Technik im Klartext – Sprache für Ingenieure".
Das Ergebnis lautete: Techniker müssen sich verständlich ausdrücken können, um sich später in der Wirtschaft und in der Öffentlichkeit durchzusetzen.
Der neu eingerichtete Studiengang ,,Technischer Redakteur" trägt diesem altbekannten Problem Rechnung. Dieser ,,neue Typus von Student" soll gleichzeitig sensibilisiert werden für Sprache und für technische Probleme.
Dass auch sie sich noch nicht ganz von der ,,Verwissenschaftlichung‘ der Sprache befreit haben, bewiesen gerade die beiden Germanistik-Professoren Dr. Eva-Maria Jakobs und Dr. Ludwig Jäger als sie mit Schlagwörtern wie ,,Interdisziplinarität", ,,Babylonisierung der Sprache nach innen" und ,,Frustrationstoleranz beim Dialog‘ für mehr Verständlichkeit plädierten und für ihren jungfräulichen Studiengang warben.
Dr. Gerold Lingnau von der ,,Technik und Motor" - Redaktion der FAZ brachte es auf den Punkt, als er bemerkte: ,,So manches was gesagt wurde, ist mir ein bisschen zu wolkig‘. Simon Seebass, Personalleiter bei Ericsson Eurolab, brachte die Sicht des Unternehmers und zukünftigen Arbeitgebers in das Gespräch mit ein: ,,Wir brauchen keine Ingenieur-Genies, die niemand versteht"!
Den wichtigsten Grundsatz, den Publikumsliebling Ranga Yogeshwar seinen zukünftigen Nachfolgern geben konnte, war ,,Kenne dein Publikum‘, es sei wichtig zu wissen, für wen man schreibt oder redet und sich dann den Umständen anzupassen.
Verständlichkeit werde niemanden in die Wiege gelegt, denn ,,Schreiben ist ein Handwerk, das man erlernen kann‘. Wichtig sei es auch, viel zu lesen und mit allgemein verständlichen Bildern zu arbeiten. Simon Seebass forderte die Studenten auf, das Referat nicht nur inhaltlich, sondern auch nach ihrer Vortragsweise bewertet werden sollen. Ranga Yogeshwar regte außerdem aus Erfahrung zu einem Seminar ,,Wie schreibe ich meine Diplomarbeit‘ an, und Dr. Jakobs versprach: ,,Mach ich!"