OIH-HomepageNetzwerkWohnheimAG'sAktuellesSurfbrettAG's
 


Entwickeln und Vergrößern
Hier gibt es eine Anleitung zur SW Negativentwicklung. Siehe auch die Hinweise für Anfänger.
Und hier gibt es eine Anleitung, wie man sich das Zonensystem, welches von Ansel Adams (*1902) erfunden wurde, mit einem Laborbelichtungsmesser für die Papierbelichtung zu Nutze machen kann. Die Idee dazu stammt von Hendrik Brixius. Das aufwändige Erstellen mehrerer Probestreifen sollte damit entfallen.
Inhalt

1 Der photographische Prozess und die photographischen Verfahren *

2 Das lichtempfindliche Material *

2.1 Die lichtempfindliche Schicht *

2.2 Der Aufbau photographischer Materialien *

2.2.1 SW-Negativ-Material *

2.2.2 SW-Positiv-Material *

2.2.3 Color-Material *

3 Eigenschaften photographischer Schichten und Sensitometrie * 3.1 Eigenschaften *

3.1.1 Allgemeinempfindlichkeit *

3.1.2 Farbempfindlichkeit *

3.1.3 Gradation *

3.1.4 Bildschärfe *

3.2 Sensitometrie * *

3.2.1 Grundlagen *

4 Chemie des photographischen Prozesses * 4.1 Entwicklung *

4.1.1 Chemie der Entwicklung *

4.1.2 Zusammensetzung der Entwickler *

4.2 Unterbrechen *

4.3 Fixieren *

4.4 Wässern *

4.5 Trocknen *

5 Der Positivprozeß * 5.1 Die Dunkelkammer *

5.2 Die Technik des Positivprozesses *

5.2.1 Entwickeln *

5.2.2 Unterbrechen *

5.2.3 Fixieren *

5.2.4 Wässern *

5.2.5 Trocknen *

5.3 Das Kopieren *

5.4 Das Vergrößern *

5.4.1 Formatbegrenzung in der Negativbühne *

5.4.2 Bestimmen der richtigen Belichtungszeit und Papiergradation *

5.5 Möglichkeiten der Bildbeeinflussung *

5.5.1 Abwedeln und Nachbelichten *

5.5.2 Die Mehrschalen-Technik *

5.6 Positiv-Retusche *

5.7 Bildaufmachung *

5.8 Tonen *

5.8.1 Tonen durch Anlagerung an das Silberkorn *

 

  1. Der photographische Prozess und die photographischen Verfahren

  2.  

     

    Die Photographie - die Kunst, mit Hilfe des Lichtes getreue Abbilder von Gegenständen zu erzeugen - wurde im Jahre 1839 von dem Franzosen L. J. M. Daguerre erfunden. Viele weitere Erfindungen waren erforderlich, bis die Photographie die Bedeutung erlangte, die sie heute hat. Der photographische Prozess umfasst folgende Arbeitsgänge: Lichtempfindliches Material wird belichtet. In der Schicht tritt eine unsichtbare Veränderung der lichtempfindlichen Kristalle ein, es entsteht das "latente Bild".
    Das belichtete Material wird entwickelt. Bei diesem chemischen Prozess wird das latente Bild in ein sichtbares Bild umgewandelt. Diese Umwandlung erfolgt an den belichteten Stellen, die unbelichteten bleiben unverändert.
    Nach der Entwicklung wird das Material "fixiert". Die unveränderten lichtempfindlichen Substanzen werden in eine wasserlösliche, kaum noch lichtempfindliche Form gebracht.
    Nach dem Fixieren wird gewässert. Alle wasserlöslichen Substanzen werden aus der Schicht entfernt. In ihr verbleibt lediglich ein Bild aus reinem, feinstverteiltem Silber.
    Das nach dem Wässern erfolgende Trocknen schließt den Prozess ab.
    Je mehr Licht auf die Schicht gefallen ist, desto mehr Silber wird gebildet. Das entstehende Bild ist gegenüber dem Original in seinen Tonwerten umgekehrt, die Lichter sind dunkel, die Schatten hell. Man bezeichnet es deshalb als "Negativ", die Prozesse zu seiner Herstellung als Negativverfahren.
    Benutzt man als Vorlage ein Negativ, so entsteht durch abermalige Tonwert-Umkehrung ein "Positiv". Die Techniken, die vom negativen Bild zum Positiv führen, heißen Positivverfahren.
    Positive werden vorwiegend als Aufsichtsbilder auf undurchsichtigem Material hergestellt. Positive auf transparenter Unterlage bezeichnet man als "Diapositive". Sie werden für Projektionszwecke benötigt.
    Besondere, etwas umfangreichere Techniken ermöglichen es, Positive ohne Herstellung eines Negatives direkt vom Original anzufertigen. Man bezeichnet dies als Umkehr-Entwicklungs-Verfahren. Sie werden bevorzugt in der Farbphotographie angewendet.

     
     
     
  3. Das lichtempfindliche Material
    1.  Die lichtempfindliche Schicht

    2.  

      Alle photographischen Materialien besitzen, unabhängig von ihrem sonstigen Aufbau, eine lichtempfindliche Emulsionsschicht. Sie besteht im wesentlichen aus Silberhalogenid-Mischkristallen (Silberhalogenide sind: Silberchlorid, Silberbromid und Silberjodid) die in einem Bindemittel - vorzugsweise Gelatine - eingebettet sind. Diese Kristalle bezeichnet man im Allgemeinen als Körner. Die photographischen Eigenschaften einer Emulsion werden hauptsächlich von der Zusammensetzung dieser Körner, ihrer Größe und ihrer Größenverteilung der Art des Bindemittels und von besonderen Zusätzen bestimmt. Die Größe eines Einzelkornes beträgt weniger als 1/1000 mm, die Emulsionsschicht ist weniger als 1/100 mm dick. Ein Quadratmeter photographischen Materials enthält zwischen 1 und 10 g Silber.
       
       

    3. Der Aufbau photographischer Materialien
    4. Alle photographischen Materialien bestehen aus einem Schichtträger und mehreren Schichten.
       
       

      1. SW-Negativ-Material
      2. Als Schichtträger für Negativ-Material verwendet man heute ausschließlich schwer entflammbare Folien (sogenannten Sicherheitsfilm, Safety-Film) aus Zellulose-Acetat oder Polyester. Je nach Verwendungszweck liegt die Dicke des Trägers zwischen 7/100 und 20/100 mm. Eine gute Haftung der Emulsion auf dem Träger wird durch eine Präpärationsschicht sichergestellt. Auf diese wird die Emulsionsschicht gegossen. Über der Emulsion befindet sich eine Schutzschicht, die die lichtempfindliche Schicht gegen mechanische Verletzungen schützt.
        Um die Bildung sogenannter ReflexionsIichthöfe die die Bildschärfe vermindern, zu vermeiden, erhalten Roll- und Planfilme auf der Rückseite eine Gelatineschicht, die sich in den Verarbeitungsbädern entfärbt. Ebenfalls aus Gründen des Lichthofschutzes verwendet man bei Kleinbildfilmen einen grauen Schichtträger (Graubasis). Zusätzlich werden Kleinbildfilme rückseitig mit einem dunklen Lackrückguß versehen, der sich im Entwickler löst.
         
         

      3. SW-Positiv-Material
      4. Der Schichtträger des Positiv-Materials besteht vorwiegend aus Papier, das mit einer Barytschicht bestrichen ist. Diese Schicht sorgt zunächst - wie die Haftschicht beim Negativ-Material - für gute Haftung der Emulsion auf der Unterlage. Darüber hinaus hat sie die Aufgabe, ein Einsinken der Emulsion in den Papierfilz zu verhindern. Die Barytschicht, Barlumsulfat, besitzt ein hohes Reflexionsvermögen; hierdurch erscheinen die Lichter (Bildweißen) besonders hell und rein weiß. Zum Erzielen besonderer Effekte kann die Barytschicht angefärbt sein. Barytpapiere zeigen einen exzellenten Tonwertumfang, deren Verarbeitung ist aber aufwändiger.
        Vor langer Zeit wurden die oben beschriebenen Barytpapiere mehr und mehr durch die mit Kunststoff beschichteten PE- oder RC-Papiere verdrängt. Der Schichtträger ist dabei nach wie vor Papier, aber von beiden Seiten mit Polyäthylen kaschiert. Eine Barytschicht ist nicht mehr erforderlich. Ein großer Vorteil dieser Materialien ist die schnelle Verarbeitung und dabei die wesentlich verkürzte Wässerungszeit.
         
         

      5. Color-Material

    Im Gegensatz zum Schwarzweißmaterial, bei dem nur eine lichtempfindliche Emulsionsschicht vorhanden ist, besitzen Colorfilme und Colorpapier mehrere Emsionsschichten, die übereinander angeordnet sind. Schichtträger, Haftschicht und Schutzschicht sind dagegen identisch.
    Mehrere lichtempfindliche Schichten sind erforderlich, weil zur Bildung eines beliebigen Farbtones drei Farbkomponenten vorhanden sein müssen. Andererseits kann man nachweisen, dass aus drei Grundfarben alle Farbnuancen ermischt werden können. Bei der Aufnahme wird das Licht in drei Farbanteile zerlegt. Jeder Farbanteil belichtet jeweils nur eine der drei übereinandergegossenen lichtempfindlichen Schichten. Diese Belichtung wird durch die Sensibilisierung der Einzelschichten erreicht. Der Sensibilisierungsfarbstoff übernimmt dabei die Rolle von Filtern im Farbauszugsverfahren.
    Jede Schicht enthält außerdem einen Farbkuppler, bei der Farbentwicklung bildet sich aus Kuppler und Entwicklungssubstanz ein Farbstoff. Die Farbe dieses Farbstoffes liegt komplementär zu der, für die die Schicht sensibilisiert ist; in der blauempfindlichen Schicht wird ein gelber, in der grünempfindlichen ein purpurner und in der rotempfindlichen Schicht ein blaugrüner Farbstoff gebildet.
    Im Allgemeinen zeigt Farbmaterial folgenden Aufbau:
    Die oberste Schicht ist unsensibilisiert und somit nur blauempfindlich. Sie ist von den beiden anderen lichtempfindlichen Schichten durch eine Gelbfilterschicht getrennt. Diese Gelbfilterschicht ist erforderlich, weil Silberhalogenid ohne Sensibilisierung für blaues Licht empfindlich ist. Diese Blauempfindlichkeit lässt sich nicht unterdrücken, durch die Gelbfilterschicht wird dafür gesorgt, dass das blaue Licht die unteren Schichten nicht erreichen kann.
    Die mittlere Schicht ist für grün, die untere Schicht für rot sensibilisiert.

     

  4. Eigenschaften photographischer Schichten und Sensitometrie
    1. Eigenschaften
    2. Bereits beim Herstellen der "Emulsion", welche auf den Schichtträger gegossen die lichtempfindliche Schicht ergibt, werden deren phonographische Eigenschaften geprägt.
       
       

      1. Allgemeinempfindlichkeit
      2. Die Empfindlichkeit einer Schicht ist in erster Linie von der mittleren Größe ihrer lichtempfindlichen Körner abhängig. Je größer die Körner sind, desto empfindlicher ist die Schicht. Bei Filmmaterial wird die Empfindlichkeit angegeben, um Belichtungsmesser oder Kameraautomatik einstellen zu können. Die Empfindlichkeit wird in ASA (American Standard Association) oder DIN (Deutsche Industrie Norm) angegeben. Die DIN-Skala ist im Gegensatz zur linearen ASA Skala logarithmisch aufgebaut, wodurch ein um drei Einheiten erhöhter Wert jeweils einer Verdoppelung der Filmempfindlichkeit entspricht. Die Verdoppelung der ASA-Zahl entspricht der Verdoppelung der Filmempfindlichkeit. Die Umrechnungsformel lautet:

        DIN = 1+10*log(ASA)

        Nach einer neueren Normung soll die Filmempfindlichkeit heute nur noch in ISO -Werten (Abk. für International Standards Organization) angegeben werden, die eine Kombination aus ASA-Zahl und DIN-Zahl darstellt. Den Zusammenhang zwischen diesen verschiedenen Empfindlichkeitsangaben enthält nachstehende Tabelle:
         
        15° DIN
        25 ASA
        ISO 25/15°
        18° DIN
        50 ASA
        ISO 50/18°
        21° DIN
        100 ASA
        ISO 100/21°
        24° DIN
        200 ASA
        ISO 200/24°
        27° DIN
        400 ASA
        ISO 400/27°
        30° DIN
        800 ASA
        ISO 800/30°
        33° DIN
        1600 ASA
        ISO 1600/33°
        36° DIN
        3200 ASA
        ISO 3200/36°
        39° DIN
        6400 ASA
        ISO 6400/39°
         
         

      3. Farbempfindlichkeit
      4. Halogensilberkristalle sind nur für blaues Licht empfindlich. Durch Zusatz von "Sensibilisierungsfarbstoffen" (Sensibilisieren = empfindlich machen) gelingt es, die Schichten auch für andere Farben zu sensibilisieren. Schichten, die durch Zusatz solcher Farbstoffe auch für grünes Licht empfindlich sind, bezeichnet man als orthochromatisch. Sie spielen in der bildmäßigen Photographie heute kaum noch eine Rolle. Ziel der Photographie ist es, die aufzunehmenden Objekte so wiederzugeben, wie sie auch das Auge sieht. Die hierzu verwendeten Materialien müssen für alle Farben des sichtbaren Lichtes sensibilisiert sein. Man bezeichnet sie als panchromatisch. Für Spezialzwecke (Aufnahmen bei völliger Dunkelheit) gibt es "Infrarot-Filme", sie sind über den Bereich des Sichtbaren hinaus sensibilisiert und sprechen auf Wärmestrahlung an.
         
         

      5. Gradation
      6. Als Gradation bezeichnet man die Eigenschaft einer photographischen Schicht, Helligkeitsunterschiede des Aufnahmeobjektes in mehr oder weniger große Schwärzungsunterschiede umzusetzen. Die Gradation ist abhängig von der Größenverteilung der Körner. Negativfilme arbeiten relativ weich, ihr "Beta-Wert" liegt zwischen 0,5 und 0,7. Die Gradation eines vorgegebenen Materials lässt sich durch die Entwicklung beeinflussen. Photopapiere werden mit verschiedenen Gradationen - man spricht hier von "Härtegraden" hergestellt. Hierdurch wird eine individuelle Ausarbeitung und damit eine optimale Qualität des fertigen Bildes ermöglicht.
         
         

      7. Bildschärfe

      Maßgebend für die Bildschärfe eines photographischen Endproduktes sind die diesbezüglichen Eigenschaften des Aufnahmematerials. Man versteht unter Bildschärfe die Fähigkeit einer photographischen Schicht, kleine Details noch getrennt wiederzugeben. Ein Maß für die Schärfeleistung einer Schicht ist das "Auflösungsvermögen". Es ist definiert als die Anzahl der Linienpaare, die von einer Schicht noch getrennt wiedergegeben werden. Zu seiner Bestimmung benutzt man besondere Testobjekte. Das Auflösungsvermögen ist im wesentlichen abhängig von der Größe der entwickelten Silberkörner - der "Körnigkeit" - und der Dicke der Schicht.
      Die Größe eines entwickelten Silberkorns ist nicht identisch mit der des Silberhalogenidkristalls, aus dem es entwickelt wurde. Während des Entwicklungsvorganges verändern die Kristalle ihre Form, mehrere Kristalle können zusammenwachsen und ergeben " Kornzusammenballungen". Die mehr oder weniger starke Ausbildung dieser Zusammenballungen lässt sich durch den Entwicklungsvorgang beeinflussen. Bei gleichartiger Entwicklung zeigen feinkörnige Schichten eine geringere Körnigkeit. Daraus resultiert, dass niedrigempfindliche ,Schichten ein höheres Auflösungsvermögen als hochempfindliche haben.
      Die Dicke der Schicht spielt insofern eine Rolle, als sie für die Entstehung der "Diffusionslichthöfe" verantwortlich ist. Diese Lichthöfe vermindern ebenfalls die Schärfe. Dünne Schichten zeichnen schärfer als dicke. Auch hier lässt sich die Schärfe durch die Entwicklung beeinflussen, Entwickler, die das Bild nur in der Oberfläche der Schicht entstehen lassen ("Schicht-Oberflächenentwickler") arbeiten mit einem höheren Auflösungsvermögen als "Schicht-Tiefenentwickler".
       

       

    3. Sensitometrie *
    4. Grundlagen

      Mit der Aufgabe, die Eigenschaften der photographischen Schichten meßtechnisch zu erfassen und dafür Kennzahlen festzulegen, befasst sich die Sensitometrie.
       
       

        1. Die Schwärzung
        2. Bei der Entwicklung werden die Silbersalze der Schicht je nach der Belichtung bei der Aufnahme mehr oder weniger stark geschwärzt. Diese schwarze Abscheidung bezeichnet man als "Schwärzung". Ein Maß für die Stärke der Schwärzung ist bei durchsichtigen Schichten (Negativen und Diapositiven) die Durchlässigkeit (Transparenz) des Lichtes bzw. bei undurchsichtigen Schichten (Papieren) das Reflexionsvermögen des Lichtes. Transparenz-Werte bzw. Reflexionswerte werden normalerweise in Bruchzahlen angegeben. Zur Kennzeichnung der Schwärzung sind derartige Zahlen zu klein. Es wird daher definiert:
          Schwärzung = log (1/Transparenz)
          Dann ergibt sich:
          Transparenz 0,1 = Schwärzung 1
          Transparenz 0,01 = Schwärzung 2
          Transparenz 0,001 = Schwärzung 3
           
           

        3. Die Schwärzungskurve

      Mißt man für eine Reihe von verschiedenen Belichtungen die Schwärzungen und stellt diese in Abhängigkeit von den dazugehörigen Belichtungen graphisch dar, so erhält man die "Schwärzungskurve". Sie ist ein Hilfsmittel der photographischen Meßtechnik und zeigt, wie die Helligkeitswerte des Aufnahmegegenstandes in Schwärzungen umgesetzt werden. Um die Schwärzungskurve einer photographischen Schicht bei bestimmten Entwicklungsbedingungen aufzustellen, wird ein Filmstreifen unter einem Prüfkeil mit bekanntem Schwärzungs- bzw. Transparenz-Verlauf belichtet und entwickelt. Man erhält eine Keilkopie die dem Prüfkeil gegenläufig ist. Der Schwärzungsverlauf der Keilkopie wird ausgemessen, die einzelnen Schwärzungswerte werden den jeweiligen Transparenzwerten des Prüfkeiles zugeordnet. Die Meßergebnisse werden in ein Koordinatennetz eingetragen, auf der Waagerechten (Abszisse) die Belichtungswerte in relativen logarithmischen Einheiten (log I * t log Intensität mal Zeit), auf der Senkrechten (Ordinate) die Schwärzungen.
       


       

       Chemie des photographischen Prozesses

      Nach dem Belichten einer lichtempfindlichen Silbersalzschicht sind die folgenden chemischen Prozesse durchzuführen: Entwickeln, Unterbrechen der Entwicklung, Fixieren, Auswässern, Trocknen.
       
       

    5. Entwicklung
      1. Chemie der Entwicklung
      2. Im Entwickler werden die Silbersalze der photographischen Schicht in metallisches Silber übergeführt. Dieser Vorgang wird als Reduktion bezeichnet. Der Entwickler ist somit ein Reduktionsmittel für die Silberhalogenide (AgCI, AgBr, AgJ). Entscheidend für die Möglichkeit, mit Hilfe der Photographie ein Bild zu erhalten, ist die Abhängigkeit der Reduktionsgeschwindigkeit von der Stärke des latenten Bildes. Die Entwicklung verläuft an den stark belichteten Stellen schneller als an den weniger belichteten. Eine geringe Entwicklung findet aber auch dort statt, wo keine Belichtung erfolgt ist. Diese Erscheinung liegt in den Eigenschaften der Emulsionen begründet. Das dort gebildete Silber wird als ,,Schleier" bezeichnet. Die Schleierbildung lässt sich durch die Entwicklung steuern. Ganz ausgeschaltet werden kann sie nicht. Das Ergebnis der Entwicklung ist ein abgestuftes Bild, bei dem alle Helligkeitswerte gegenüber der Vorlage umgekehrt (negativ) wiedergegeben werden. Die Geschwindigkeit der Reduktion, die auch als ,,Rapidität" bezeichnet wird, ist vom Emulsionstyp und den Entwicklungsbedingungen abhängig. Dabei sind die chemische Zusammensetzung des Entwicklers, die Bewegung während des Entwickelns, die Temperatur des Entwicklers und die Entwicklungszeit von Bedeutung.
         
         

      3. Zusammensetzung der Entwickler

      Der wichtigste Bestandteil eines Entwicklers ist die Entwicklersubstanz. Die heute ausschließlich verwendeten Entwicklersubstanzen sind organische Verbindungen, z. B. Temal, Phenidon und Hydrochinon. Sie sind als Reduktionsmittel empfindlich gegen die Oxydation durch den Sauerstoff der Luft. Deshalb enthalten Entwickler ein Konservierungsmittel. Das gebräuchlichste ist Natriumsulfit. Außer dem Schutz vor Luftoxydation hat es als Oxydationsverhinderer einen Einfluss auf die Entwicklungsgeschwindigkeit. Entwickler mit hohem Sulfitgehalt entwickeln langsamer als solche mit niedrigem Gehalt. Lösungen, die nur aus Entwicklersubstanz und Konservierungsmitteln bestehen, haben kein ausreichendes Entwicklungsvermögen. Dieses wird erst durch Zusatz von Alkali erreicht. Durch die Wahl der Entwicklersubstanzen und der Alkalien wird die Arbeitsweise eines Entwicklers bestimmt. Alkalien sind u. a. Ätzkali, Pottasche, Soda und Borax. Negativentwickler für bildmäßige Aufnahmen enthalten weniger und schwächere Alkalien (Soda oder Borax) als Positiventwickler (Pottasche). Die Rapidität eines Entwicklers wird außerdem durch das entwicklungshemmende Kaliumbromid gesteuert. Damit wird gleichzeitig der Schleier vermindert. Eine weitere Unterdrückung des Schleiers gelingt durch Zusatz von komplizierten organischen Verbindungen, die als Stabilisatoren bezeichnet werden. Schließlich enthalten die Entwickler auch sogenannte Entkalkungsmittel. Diese Zusätze dienen dazu, die Kalksalze des Wassers beim Entwickleransatz in lösliche Verbindungen zu überführen.
       

       

    6. Unterbrechen
    7. Nach Beendigung der Entwicklung ist es ratsam, den Entwicklungsvorgang schnell zu unterbrechen. Wird nicht unterbrochen, so wird alkalische Entwicklerlösung in das folgende Fixierbad eingeschleppt, die Entwicklung kann neben dem Fixiervorgang weiterlaufen. Dadurch entstehen Flecken und Schleier auf dem Entwicklungsgut, und das Fixierbad verdirbt. Haben sich derartige Flecken (dichroitische Schleier) gebildet, sind sie nur unter sehr großem Aufwand, z. B. durch Umentwickeln, oder auch gar nicht zu entfernen. Durch Einbringen des Entwicklungsgutes in ein saures Bad wird der Entwicklungsvorgang sofort unterbrochen, da die zur Entwicklung notwendigen Alkalien neutralisiert werden. Bei der Verarbeitung von Positivmaterial ist es erforderlich, ein Unterbrecherbad zu verwenden, weil der Papierfilz eine größere Menge Entwickler in das nächste Bad verschleppt. Die Papiere sollten nach Möglichkeit nicht länger als eine Minute im Unterbrecherbad bleiben, da sonst die Schlußwässerung erschwert wird und Fehler im Papierfilz auftreten. Die Voraussetzung für die Wirksamkeit eines Unterbrecherbades ist seine saure Eigenschaft. Deshalb muss die saure Reaktion ständig überprüft werden. Hierzu verwendet man Säureprüfpapier, oder es werden Unterbrecherbäder benutzt, die einen Indikator-Zusatz haben. Für die Verarbeitung von Papieren mit besonderer Oberflächenstruktur ist es bei einer anschließenden Heißtrocknung besser - in manchen Fällen zwingend notwendig -, härtende Unterbrecherbäder zu verwenden. Bei der Verarbeitung von Negativmaterialien kann an die Stelle des Unterbrecherbades eine Zwischenwässerung treten.
       
       

    8. Fixieren
    9. Nachdem die Entwicklung beendet ist. müssen die nicht entwickelten Silbersalze aus der Schicht entfernt werden. Der Zustand des Bildes nach der Entwicklung wird festgehalten, er wird ,,fixiert". Anderenfalls würde durch Lichteinwirkung das gesamte Bild geschwärzt werden. Die Silberhalogenide sind wasserunlöslich. Sie können durch eine ganze Reihe chemischer Verbindungen in eine wasserlösliche Form umgewandelt werden. In der Praxis werden nur Natrium- und Ammoniumthiosulfate unter Beifügung saurer und stabilisierender Zusätze verwendet. Das Ammoniumthiosulfat hat eine größere Fixiergeschwindigkeit und dient deshalb als Basis zur Herstellung von Schnellfixierbädern. Die bei der Umsetzung entstehenden Verbindungen bezeichnet man in der Chemie als Komplexverbindungen. Die Reaktion zwischen den Thiosulfaten und den Silberhalogeniden verläuft je nach den Konzentrationsverhältnissen unterschiedlich. Je nach dem Verhältnis zwischen Silber und Thiosulfat im Komplex sind sie leichter oder schwerer löslich. Komplexe mit hohem Silbergehalt sind fast unlöslich. Es muss also dafür gesorgt werden, dass ständig ein hinreichendes Angebot an Thiosulfat im Fixierbad vorhanden ist. Durch einen hohen Silbergehalt des Fixierbades können sich schwer lösliche Silber-Thiosulfat-Komplexe bilden, die bei der abschließenden Wässerung nicht aus der Schicht zu entfernen sind. Diese Verbindungen zersetzen sich durch Lufteinwirkung und zerstören das Bild.
       
       

    10. Wässern
    11. Durch das Wässern sollen alle löslichen Salze aus der Schicht entfernt werden. Besonders wichtig ist die Entfernung aller Thiosulfatreste, weil davon die Haltbarkeit des photographischen Materials abhängt. Man unterscheidet stehende und fließende Wässerung. Bei der stehenden Wässerung ist eine geringe Wassermenge und ein häufiger Wasserwechsel wirksamer als eine große Wassermenge und ein längeres Verbleiben des zu wässernden Gutes in diesem Wasser. Bei fließender Wässerung ist die Schnelligkeit des Auswaschens vom Wasserdurchfluß abhängig. Es ist darauf zu achten, dass das mit Fixierbad angereicherte Wasser, das spezifisch schwerer ist und absinkt, tatsächlich auch abfließen kann. Das frisch zufließende Wasser muss deshalb an der untersten Stelle des Wässerungsgefäßes zugeführt werden. Die Wässerungszeiten sind von der Beschaffenheit des Materials abhängig. Die in folgender Tabelle
       
      Material kürzeste Wässerungszeit in Minuten Wässerungszeit für Archivzwecke in Minuten
      Filme bis 21 DIN 5 15
      Filme über 21 DIN 10 30
      PE Papier 2 10
      Barytpapier, dünn 10 30
      Barytpapier, dick 15 60
      angegebenen Zeiten sind deshalb nur Richtwerte. Die Wässerungszeit lässt sich durch Auswässerungsbeschleuniger erheblich verkürzen. Solche Auswässerungsbeschleuniger sind meist alkalische Bäder, da es sich gezeigt hat, dass die Thiosulfatreste im alkalischen Medium leichter zu entfernen sind. Für den Auswässerungsgrad ist der Rest-Thiosulfatgehalt entscheidend.
       
       

    12. Trocknen

    Beim Trocknen muss das in der Schicht befindliche und an der Schichtoberfläche haftende Wasser durch Verdunsten entfernt werden. Bei Filmen ist unbedingt darauf zu achten, dass sie sich während des Trocknungsvorganges nicht aufrollen können. Die Filme neigen immer zum Aufrollen, weil das auf der Oberfläche befindliche Wasser schneller verdunstet als Wasser aus der Schicht nachdiffundieren kann. Filme, die nur oberflächlich getrocknet sind und sich dann aufgerollt haben, verkleben durch nachdiffundierendes Wasser.

     

     

  5. Der Positivprozeß
  6. Der Positivprozeß umfasst neben einigen vorzubereitenden Arbeitsgängen (Auswählen des Negativs, Einlegen in den Vergrößerungs- bzw. Kopierapparat, Festlegen des Ausschnitts, Bestimmen des Papierhärtegrades, Anlegen des Papiers in den Vergrößerungs- bzw. Kopierrahmen) den Naßprozeß (Entwickeln, Unterbrechen, Fixieren und Wässern) sowie den Trockenprozeß (Trocknen, Retuschieren, Beschneiden und Aufziehen).
     
     

    1. Die Dunkelkammer
    2. Als Positivdunkelkammer eignet sich ein Raum, der abgedunkelt werden kann. Er muss einen elektrischen Anschluss haben und nach Möglichkeit ein Fenster, um lüften zu können. Die Wände sollten hell gestrichen sein. Die gelbgrünen Dunkelkammerbirnen, wie sie von verschiedenen Herstellern geliefert werden, geben so viel Helligkeit, dass alle Arbeiten bequem ausgeführt werden können.
      Ist der Raum nicht beheizbar, so kann man sich dadurch helfen, dass in der kühlen Jahreszeit unter die Entwicklerschale ein Schalenwärmer oder eine Wärmflasche gelegt wird.
      Ein Tisch mittlerer Größe, drei Schalen 18 x 24 cm und eine ausgediente Schreibtischlampe sollten vorhanden sein. Den Standplatz der Schalen deckt man am besten mit einer Kunststofffolie ab, um etwaige Flüssigkeitsspritzer aufzufangen. Als Notbehelf können mehrere Lagen Zeitungspapier dienen.
      Für die Bewegung der Positive in einem Bad und für den Transport von einem Bad in das andere werden Positivzangen benötigt. Diese werden durch auffallende Klebestreifen oder Farbtupfer gezeichnet, damit für das gleiche Bad immer dieselbe Zange benutzt wird.
      Eine Kennzeichnung sollten auch die Schalen für Entwickler, Unterbrecher und Fixierbad haben, damit die betreffende Lösung immer in die gleiche Schale kommt. Über den Schalen, in einem Abstand von etwa 40 cm, sollte die gelbgrüne Lampe stehen oder hängen, damit der Aufbau des Bildes im Entwickler sicher verfolgt werden kann. Sehr zweckmäßig sind dafür die schon erwähnten Schreibtischlampen. Schließlich werden einige braune Flaschen, zwei Trichter und ein Meßgefäß benötigt. Ungebrauchter und bereits benutzter, aber noch nicht verbrauchter Entwickler werden getrennt voneinander aufbewahrt. Diese Flaschen werden mit breiten Klebestreifen gekennzeichnet. Für jeden neuen Ansatz wird ein Haftetikett auf die Flaschenwandung geklebt. Darauf wird der Ansatztag vermerkt und evtl. die Zahl der bereits entwickelten Bilder. Es sollten immer nur Flaschen benutzt werden, die sich luftdicht verschließen lassen. Unterbrecherbad und Fixierbad können in hellwandigen Flaschen, die ebenfalls deutlich gekennzeichnet sind, aufbewahrt werden. Der Transport der ausfixierten Bilder in die Wässerungswanne (dazu kann die Badewanne oder ein Waschbecken dienen) kann ohne weiteres in einer Haushaltsschüssel erfolgen.
      Eines mache man sich zur Regel: Getränkeflaschen gehören nicht in die Dunkelkammer!
      Werden nur Kontaktkopien gemacht, so sind dafür nur ein entsprechender Kopierrahmen mit Glasplatte und Maske sowie eine Schreibtischlampe mit einer Glühbirne von 25 Watt notwendig. Für Streifenkopien von 35- oder 60-mm-Filmen braucht man Glasplatten oder einen Kopierrahmen der Größe 18 x 24 cm. Die Filmstreifen werden dabei mit zwei schmalen Gummiringen festgehalten. Mit diesem Kopierrahmen können mehrere Streifen gleichzeitig kopiert werden. Der große Vorteil dieser Methode besteht darin, dass ohne großen Aufwand ein ganzer Kleinbildfilm schnell kopiert werden kann.
      Das wichtigste Gerät in der Positivdunkelkammer ist der Vergrößerungsapparat. Wer noch keinen besitzt, sollte sich für ein Gerät stabiler Bauart entscheiden und nach Möglichkeit ein Objektiv benutzen, das dem Aufnahmeobjektiv in seiner Leistung nicht nachsteht. Nur dann kann man sicher sein, aus seinen Negativen die bestmögliche Schärfe herauszuholen.
      Für den Anfang braucht man noch keine Belichtungsuhr. Wenn der Vergrößerungsapparat mit einer verhältnismäßig schwachen Lampe (75 Watt Opal) bestückt ist, lässt sich die Belichtungszeit mit jeder Uhr, die einen Sekundenzeiger hat, bestimmen.
       
       
       

    3. Die Technik des Positivprozesses
      1. Entwickeln
      2. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, zu einem positiven Aufsichtsbild zu kommen. Im ersten Fall geht man von einem Negativ aus, im zweiten von einem Diapositiv. Um von einem Negativ ein positives Bild zu erhalten, genügt es, eine Entwicklung mit Folgebädern durchzuführen. Ist die Vorlage ein Diapositiv, so ist eine "Umkehrentwicklung" erforderlich. Um mit möglichst wenig Ausschuss zu arbeiten und überdurchschnittliche Bilder zu erhalten, muss man die photographischen Papiere so belichten, dass die typische Ausentwicklungszeit des jeweiligen Papiers ausgenutzt wird. Nur durch eine Ausentwicklung kann man die maximale Schwärzung und die optimale Brillanz des Bildes herausarbeiten. Die Papiere auf PE-Basis sind etwa eine Minute zu entwickeln, Portrait - Papiere bis zu zwei Minuten; andere Vergrößerungspapiere erfordern bis zu drei Minuten. Die Temperatur des Positiventwicklers liegt im Allgemeinen zwischen 20 und 24 0C.
        Beim Entwickeln verwendet man Zangen, mit denen man die Photopapiere an den Ecken oder an den Rändern anfaßt. Das belichtete Papier wird zunächst mit der Schicht nach unten und von der Seite her in die Entwicklerlösung hineingeschoben und bewegt. Nach etwa 10 Sekunden kann man die Papiere umdrehen und den Aufbau des Bildes beobachten. Ist die Entwicklungszeit beendet, hebt man das Papier mit der Zange heraus, lässt es abtropfen und bringt es in das Unterbrecherbad.
         
         

      3. Unterbrechen
      4. Unterbrechen erfüllt einen wichtigen Zweck: Es stoppt die Entwicklung sofort, sorgt dafür, dass das Bild mit allen wichtigen Details "stehen bleibt", und vermeidet, dass das Fixierbad durch eingeschleppten Entwickler alkalisch wird.
        Sollen fabrikfrische Papiere oder Papiere mit veredelter Oberfläche heiß getrocknet werden, so lässt sich mit ausgezeichnetem Erfolg ein härtendes Unterbrecherbad benutzen. Die Positive sollten nicht länger als eine Minute im Unterbrecherbad verbleiben, sonst nehmen sie zu viel Säure auf. Die Papiere wässern dann viel langsamer aus. Auf der Rückseite können Flecken entstehen. PE-Papiere sind diesbezüglich unempfindlicher.
        Bei Verwendung von Unterbrecherbädern mit Farbindikator lässt sich der Gebrauchszustand leicht kontrollieren. Sobald die saure Unterbrecherlösung durch eingeschlepptes Entwickleralkali nicht mehr ihre volle Wirksamkeit besitzt, verändert dieses Unterbrecherbad seine Farbe.
         
         

      5. Fixieren
      6. Vom Unterbrecher kommt das Bild direkt in das Fixierbad, das im wesentlichen die gleiche Zusammensetzung hat wie das Negativfixierbad, nur ist seine Konzentration etwas geringer. Im normalen sauren Fixierbad sind die papierstarken Barytbilder bei 20°C Badtemperatur in etwa fünf Minuten ausfixiert. In Fixierbädern mit Ammoniumthiosulfat beträgt die Fixierzeit nur ca. drei Minuten. PE-Papiere sind bereits nach 1-2 Minuten ausfixiert. Niedrigere Temperaturen verlängern die Fixierzeiten. Es ist wichtig, dass man die Bilder einzeln in das Fixierbad gibt und sie bewegt. Nur so wird Fleckenbildung vermieden und ein gleichmäßiges Fixieren der gesamten Bildschicht bewirkt. Papiere mit empfindlicher Oberfläche (z. B. Filigran- oder Kristalloberfläche) verlangen oft eine zusätzliche Härtung, die im Fixierbad erfolgen kann. Sog. "Härtefixierbäder" werden durch spezielle Härtezusätze aus normalen Fixierbädern hergestellt.
         
         

      7. Wässern
      8. Um alle Salze aus der Bildschicht und aus dem Papierfilz zu entfernen, ist ausgiebiges Wässern der Positive in fließendem Wasser erforderlich. Bei PE-Papieren beträgt sie ca. 3 Minuten, bei Barytpapieren kann sie bis zu einer Stunde betragen. Diese Wässerungszeit kann etwa auf die Hälfte verkürzt werden, wenn die Bilder nach der Fixage in einem Auswässerungsbeschleuniger behandelt wurden. Auswässerungsbeschleuniger sind alkalische Lösungen spezieller Zusammensetzung.
         
         

      9. Trocknen

      Das Trocknen der ausgearbeiteten PE-Papiere ist sehr einfach. Die Papiere werden auf einer geneigten Unterlage mit einem Rollenquetscher vom überschüssigem Wasser befreit, dann an einer Leine aufgehängt. Die Trocknungszeit beträgt etwa 30-60 min. Wer schneller trocknen möchte, bestreicht die Oberfläche und Rückseite der Bilder mit einem Fön. Getrocknete Photopapiere neigen zu Wölbung, die durch spezielle Behandlungsbäder verhindert oder erheblich gemindert werden kann.
      Unbeschichtete Positivpapiere können kalt oder heiß getrocknet werden.
      Bei der Kalt-Trocknung wird die Oberfläche der Bilder oft mit Fließpapier oder mit einem sauberen, gut saugenden, fusselfreien Tuch abgetupft. Dann legt man sie mit der Schichtseite auf das Fließpapier oder auf das Tuch und lässt sie an der Luft trocknen. Dadurch wird verhütet, dass beim Trocknen Wasserflecke oder eine ungleich gewölbte Oberfläche entstehen. Sehr große Bilder werden vorsichtig mit Wäscheklammern aufgehängt und an der Unterseite beschwert, um ein Wölben zu vermeiden. Sind die Bilder nach dem Trocknen trotzdem leicht gewellt, so müssen sie geglättet werden. Zu diesem Zweck zieht man sie vorsichtig mit der Schicht nach oben mehrfach über eine Tischkante, und zwar in Richtung der Bilddiagonalen.
      Eine Kalt-Trocknung wird oft bei genarbten Papieren angewandt.
      Durch Kalt-Trocknung lässt sich auch bei glänzenden Papiersorten ein ausgezeichneter Hochglanz herstellen. Dafür müssen Spiegelglasplatten von guter Härte benutzt werden. Die Bilder werden in feuchtem Zustand auf die gut gereinigten Glasplatten aufgequetscht und verbleiben darauf so lange, bis sie von selbst abspringen. Die Positive müssen blasenfrei aufgequetscht werden, damit ein homogener Hochglanz entsteht. Die Glasplatte kann beiderseits mit Bildern beschickt werden. Das Trocknen erfolgt an einem luftigen Ort.
      Zur Unterstützung der Hochglanzbildung können spezielle Hochglanzmittel verwendet werden. Darin werden die Bilder gebadet, mit derselben Lösung wird auch die Spiegelglasplatte vor dem Aufquetschen abgerieben.
      Die Baryt-Photopapiere können heiß getrocknet werden. Das geschieht in Hochglanzpressen unter Benutzung verchromter Folien.
      Für die Matt-Trocknung legt man die Bilder mit der Schichtseite nach oben auf die Folie und quetscht unter sanftem Druck einen Teil des Wassers nach Auflegen einer Kunststofffolie oder eines Gummituchs mit einem Rollenquetscher aus. Die beschickte Folie wird auf die Trockenpresse gelegt und mit dem Spanntuch festgehalten.
      Für die Hochglanztrocknung vorgesehene Bilder werden mit einer Hochglanzlösung behandelt. Die verwendete Papiersorte und die örtlichen Wasserverhältnisse bestimmen Art und Anwendung der Hochglanzmittel. Die ausgewässerten Positive werden in die gebrauchsfertig verdünnte Hochglanzlösung gebracht und verbleiben darin, bis sie mit der Bildseite auf die Hochglanzfolie gelegt werden. Vor jeder Neubelegung ist die Folie kalt abzuspülen. Kommen die nassen Bilder direkt auf die heißen Folien, so verdampft ein Teil des Wassers, das für die Hochglanzbildung gebraucht wird. An diesen Stellen entsteht dann nur eine halbglänzende Fläche. Ein ungleichmäßiger Hochglanz entsteht auch, wenn der Druck des Rollenquetschers während des Aufquetschens zu stark oder ungleichmäßig war. Es wird dann zu viel Wasser aus dem Papierfilz herausgequetscht, so dass nicht genügend Feuchtigkeit vorhanden ist, um die für den Hochglanz vorbereitete Bildschicht homogen trocknen zu lassen. Der Rollenquetscher sollte nur einmal und nur in einer Richtung über die aufgelegten Bilder geführt werden. Wenn großformatige Bilder auf Hochglanz getrocknet werden, führt man den Rollenquetscher von der Bildmitte aus sternförmig nach außen.
      Die zu trocknenden Bilder werden durch das Spanntuch der Hochglanzpresse während des Trocknungsprozesses gehalten. Ein Knistern zeigt an, dass der Trocknungsvorgang beendet ist. Nach dem Öffnen der Presse müssen die Bilder von selbst von der Folie abspringen. Hat man das Spanntuch zu früh gelüftet und springt nur ein Teil des Bildes ab, so entsteht "Muschelbruch". Er lässt sich schwer beseitigen. Zuweilen gelingt es, das Hochglanzbild durch nochmaliges Einweichen in warmem Wasser und erneutes Heiß-Trocknen zu retten. Nach jeder Trocknung müssen die Hochglanzfolien sorgfältig gereinigt werden. Dazu eignen sich Hochglanzmittel. Verbleiben Rückstände an Kalksalzen, so verursachen sie einen ungleichmäßigen Hochglanz, oder es tritt die gefürchtete "Stippchenbildung" ein. "Stippchenbildung" und schlechter Hochglanz können auch papierbedingt sein (Alterung). Durch Alterung hervorgerufene Verkrümmungen der Photopapiere können durch Verwendung spezieller Behandlungsbäder erheblich gemindert werden; dadurch lässt sich ebenfalls einer Verkrümmung vorbeugen.
       
       

    4. Das Kopieren
    5. Es wird mit einem Kopierrahmen ausgeführt. Ein solcher Rahmen hat eine Glasplatte und Masken zur Begrenzung des Bildausschnittes. Das Negativ wird mit der Schichtseite nach oben auf die Glasplatte gelegt und darauf kommt - mit der Schichtseite nach unten - das Papier. Mit Hilfe des Deckels und der Spannstangen wird es gleichmäßig angedrückt. Es ist zweckmäßig, zum Belichten eine nicht zu starke Lampe zu benutzen, um entstehende Zeitfehler bei der Belichtung nicht so stark in Erscheinung treten zu lassen.
      Die Bestimmung des richtigen Papierhärtegrades und der richtigen Belichtungszeit wird eingehend später dargestellt.
       
       
       

    6. Das Vergrößern
    7. Eine gute Vergrößerung ist gekennzeichnet durch eine klare Bildaussage und einen abgestimmten Tonwertumfang. Wesentlich für die Bildaussage ist die Wahl des richtigen Ausschnittes und das Weglassen unwichtiger Details. Nur in seltenen Fällen wird das volle Negativformat vergrößert. Erst durch das Weglassen aller bildunwichtigen Einzelheiten erhält eine Vergrößerung ihr "Gesicht". Auch für photographische Vergrößerungen gilt der Satz: Weniger (zeigen) ist mehr!
      Das Negativ wird mit der Schichtseite zum Objektiv in die Negativbühne des Vergrößerungsapparates gelegt, um seitenrichtige Vergrößerungen zu erhalten.
      Beim Vergrößern ist auf Staubfreiheit des Negativs, der Negativbühne und des Kondensors zu achten. Zum Reinigen verwendet man Luftpinsel, Spezialtücher und -reinigungsmittel.
       
       

      1. Formatbegrenzung in der Negativbühne

      2.  

        Das Negativ muss in der Negativbühne an den Rändern abgedeckt sein. Erfolgt durch Streulicht eine Belichtung des Papieres, so wird dessen Gradation verändert. Außerdem kann das ganze Bild verschleiert werden.
        Die Randabdeckung des Negativs erzielt niemals einen scharfen Bildrand auf dem Vergrößerungspapier. Das besorgen die Abdeckmasken am Vergrößerungsrahmen.
         
         

      3. Bestimmen der richtigen Belichtungszeit und Papiergradation

      Um mit möglichst wenig Ausschuss zu arbeiten, muss die Belichtungszeit auf die Ausentwicklungszeit des Papieres abgestimmt werden. Die Dauer der Belichtung richtet sich nach der Wiedergabe der Lichter: Sind die Lichter auf dem Positiv klar und im Detail gut gezeichnet, so war die Belichtungszeit richtig. Sind die Lichter kalkig und ohne Einzelheiten, so war die Belichtungszeit zu kurz. Sind die Lichter dagegen grau und im Vergleich zu dem weißen Bildrand gedeckt, so muss man kürzer belichten.
      Welche Belichtungszeit für das jeweilige Papier richtig ist, wird durch die "Streifenmethode" ermittelt. Eine Probe des zu verwendenden Papieres wird an einem geeigneten Bildteil stufenweise belichtet. Die Anfangsbelichtungszeit wird jeweils mit der Stufenzahl multipliziert. Beträgt z. B. die Belichtung der ersten Stufe 4 Sekunden, dann soll die zweite Stufe 2 x 4 Sekunden = 8 Sekunden belichtet werden, die dritte Stufe 3 x 4 Sekunden = 12 Sekunden. Alternativ kann man auch eine Belichtungsfolie mit Streifen unterschiedlicher Tranzparenz verwenden. Der Probestreifen wird nach festgelegter Zeit und bei konstanter Temperatur entwickelt. Anschließend wird unterbrochen, kurz fixiert und der Streifen im Hellen geprüft. Die Papiergradation bestimmt man nach der Schattenzeichnung: Werden die Schatten kräftig, aber mit guter Zeichnung wiedergegeben, so war die Gradation richtig gewählt. Sind die Schatten grau in grau so muss die nächst härtere Gradation des Papiers genommen werden. Sind die Schatten schwarz und ohne Detail, so muss mit einer weicheren Papiergradation gearbeitet werden.
      Hat man einen punktgenauen Laborbelichtungsmesser so kann man auch das von Hendrik Brixius auf die Papierbelichtung übertragend Zonensystem verwenden. Mehr dazu auf einer eigenen Seite.
      Der "lineare" Vergrößerungsmaßstab ist das Verhältnis einer Seitenlänge des Positivs zur entsprechenden Seitenlänge des Negativs. Wird beispielsweise ein Kleinbild-Negativ (24x36 mm) auf das Format 18x 24 cm vergrößert, so ist der lineare Vergrößerungsmaßstab 18 cm: 2,4 cm = 7,5. Mit dem Vergrößerungsmaßstab ändert sich auch die jeweils erforderliche Belichtungszeit. Bei einigen Vergrößerungsgeräten ist der Vergrößerungsmaßstab V für die verwendete Brennweite auf der Säule aufgemalt. Der Verlängerungsfaktor k beim Wechseln der Vergrösserung von V1 auf V2 ist:

            V2 + 1
      k = ( ------ ) ^2
            V1 + 1
       
       

      Für die Praxis bedeutet das: Wurde für eine fünffache Vergrößerung 10 Sekunden Belichtungszeit benötigt, und macht man jetzt mit dem gleichen Papier eine achtfache Vergrößerung, so ist V1=5, V2=8. Man setzt dieses in die obige Formal ein: k=(9/6)^2 = 2,25 Die neue Belichtungszeit ist dann 2.25 x 10 = 22,6 Sekunden.
      Bei starken Vergrößerungen ändert sich nicht nur die Belichtungszeit, meistens muss auch die nächst härtere Papiergradation verwendet werden.
       

       

    8. Möglichkeiten der Bildbeeinflussung
    9. Grundsätzlich soll man in der Positivtechnik das Papier ausentwickeln. Abweichend von dieser Regel kann man durch eine Veränderung der Entwicklungszeit oder der Belichtungszeit den Bildcharakter gezielt beeinflussen. Im Allgemeinen gilt: Durch knappe Belichtung und stark verlängerte Entwicklungszeit wird der Kontrast des Bildes gesteigert; durch reichliche Belichtung und verkürzte Entwicklungszeit wird der Kontrast gemindert. Diese Regel gilt nicht für alle Papiere und Entwickler.
       
       

        1. Abwedeln und Nachbelichten
        2. Trotz ausgleichender Negativentwicklung kann es vorkommen, dass Negative teilweise stärker als gewünscht gedeckt sind, wie z. B. der Himmel bei Landschaftsaufnahmen. In diesem Falle erhält man in der Vergrößerung bei Verwendung der richtigen Papiergradation eine gut durchgezeichnete Landschaft mit einem kreidigen Himmel oder bei Verwendung einer weicheren Papiergradation eine zu stark gedeckte Landschaft mit ausreichender Zeichnung im Himmel. Man erzielt nur befriedigende Ergebnisse, wenn man die richtige Papiergradation verwendet und zunächst normal auf die schwächer gedeckte Landschaft belichtet, anschließend die Landschaft abdeckt und den Himmel nachbelichtet. Zum Abdecken verwendet man ein Stück Pappe oder die Handfläche, die man zwischen Objektiv und Papier hält und hin und her bewegt, damit keine scharfen Konturen entstehen.
          Sollen dagegen einzelne Partien des Negativs nachbelichtet werden, so verwendet man ein Stück Pappe mit einem Loch in der Mitte. Beim Nachbelichten wird die Pappscheibe so über dem Bildteil hin und her bewegt, dass das gesamte Bild mit Ausnahme der nachzubelichtenden Teile abgedeckt ist.
          Soll die Schwärzung an einzelnen Bildteilen gemindert werden, so benutzt man ein Pappstück das an einem dünnen, steifen Draht befestigt ist, um damit die entsprechende Stelle zeitweilig abzudecken.
          Diesen Vorgang nennt man "Abwedeln". Je näher Hand oder Pappe dem Objektiv sind, desto unschärfer wird die Begrenzung der Abdeckung.
           
           

        3. Die Mehrschalen-Technik

      Diese Positivtechnik hat ihre besondere Bedeutung beim Vergrößern kontrastierter Negative insbesondere auf Barytpapieren. Sie bietet die Möglichkeit, den gesamten Schwärzungsumfang richtig belichteter und richtig entwickelter Negative auf dem Photopapier gut abgestuft wiederzugeben. Die Mehrschalen-Technik beruht darauf, dass man das Positiv nacheinander in unterschiedlich steil arbeitenden Entwicklern behandelt. Für die heutigen Multigrade-Papiere ist sie jedoch nicht notwendig.
      Bei der Zweischalen-Methode wird zunächst in einem weich arbeitenden Positiventwickler soweit anentwickelt, bis das gesamte Bild in den Konturen grau in grau zu erkennen ist, dann wird in einem normal arbeitenden Entwickler ausentwickelt. Für diese Technik gibt es spezielle Entwicklerkombinationen.
      Im weich arbeitenden Entwickler wird eine gute Lichterzeichnung erreicht, die Schatten kommen im gegenüber diesem Entwickler kräftiger arbeitenden normalen Positiventwickler. Durch Verändern der Behandlungszeiten im ersten und zweiten Entwickler lässt sich der Bildcharakter individuell beeinflussen. Die Entwickler können auch in umgekehrter Reihenfolge verwendet werden. Es ist dabei zu beachten, dass der an zweiter Stelle stehende weich arbeitende Entwickler dann durch Einschleppen des kräftiger arbeitenden Entwicklers sehr schnell in seiner Arbeitsweise verändert wird.
      Sollen extrem stark vergrößerte Bilder einen maximalen Tonwertreichtum und gute Brillanz erhalten, ist die Drei-Schalen-Methode zu empfehlen. Bei ihr folgt noch eine dritte Entwicklung in einem hart arbeitenden Entwickler.
       

       

    10. Positiv-Retusche
    11. Vergrößerungen sind oft nicht ganz frei von kleinen Unsauberkeiten. Beschädigungen der Negativschicht und Staub ergeben im fertigen Bild Punkte oder Striche. Helle Fehlerstellen lassen sich auf matten Papieren mit einem weichen Bleistift beseitigen. Zum "Ausflecken" bei glänzenden Papieren müssen Retusche-Farben verwendet werden, sie sind auch für matte Papiere geeignet. Zum Ausflecken gehört einige Übung. Man darf keinesfalls durchgehende Striche ziehen, sondern muss Punkt für Punkt setzen, bis der Grauton der Umgebung erreicht ist. Retusche-Farben, die es für glänzende und matte Oberflächen gibt, werden verrieben und mit einem spitzen, nur wenig feuchten Pinsel auf die zu retuschierenden Stellen gebracht.
      Schwieriger ist es, dunkle Fehlerstellen zu beseitigen. Sie müssen mit einem scharf geschliffenen Retuschiermesser oder mit einer Rasierklinge vorsichtig ohne Druck weggeschabt werden. Dieses darf aber nur bei Barytpapieren angewandt werden!
      Hat eine Vergrößerung viele Schabestellen erhalten oder wurde mit Bleistift retuschiert, so ist es zweckmäßig, das ganze Bild mit einem Schutzlack zu überziehen.
       
       

    12. Bildaufmachung
    13. Der letzte, nicht unwesentliche Arbeitsgang des Positivprozesses ist die Bildaufmachung. Der Bildrand wird sauber und gerade beschnitten oder ein Passepartout hergestellt und die Vergrößerung sorgfältig eingepaßt. Steht keine Beschneidemaschine zur Verfügung, kann man eine Beschneidefeder oder eine Rasierklinge benutzen. Es ist Geschmacksache, ob man die Bilder mit weißen Rändern versieht oder unmittelbar beschneidet.
      Das Aufziehen der Bilder kann in verschiedener Weise ausgeführt werden. Sollen die Vergrößerungen hinter Glas gebracht wer-
      den, so genügt es, sie mit ihrer oberen Kante auf einem Karton zu befestigen. Sie können aber auch mit Hilfe einer Klebefolie auf einen festen Karton aufgezogen werden.
      Es hat sich vielfach eingeführt, Vergrößerungen auf eine geschliffene Hartfaserplatte aufzuziehen. Hierzu kann ein geeigneter Kleber oder eine Klebefolie verwendet werden. Bei großen Bildern empfiehlt es sich, zur Vermeidung störender Reflexe die Oberfläche mit einem Mattlack zu versehen.

       

    14. Tonen
Möglichkeiten, photographische Schwarzweißmaterialien einfarbig zu Tonen, um die Bildaussage zu steigern, waren - sehr zu Unrecht - in Vergessenheit geraten. Dabei sind die Tonungsverfahren einfach in der Anwendung.
Es gibt zwei prinzipiell verschiedene Tonungsverfahren. Das eine ist gekennzeichnet durch eine Fremdstoffanlagerung an das Silberkorn oder durch den Austausch des Silbers gegen andere Metalle. Das andere Verfahren beruht auf der Bildung organischer Farbstoffe bei der Entwicklung. Zu tonende Bilder sollen gute Kontraste aufweisen, um der durch das Tonen bedingten Gradationsverflachung entgegenzuwirken. Es lassen sich nur vollkommen ausfixierte Bilder einwandfrei tonen. Ungelöst gebliebenes Bromsilber in der photographischen Schicht ergibt Flecken. Auch das Auswässern muss gründlich erfolgt sein, da Fixierbadreste in Verbindung mit dem Bleichbad des Toners als Abschwächer wirken. Dabei können zarte Bilddetails, die oft den besonderen Reiz des Bildes ausmachen "verschwinden.
Man kann auch SW-Negative auf Farbpapier vergrössern. Dann kann man die Art der Tönung exakt einstellen.

  Die Tonung durch Anlagerung an das Silberkorn ist im Einbad- oder im Zweibad-Verfahren möglich. Beim Einbad-Verfahren laufen alle Vorgänge, die zur Tonung des Schwarzweißbildes führen, in einer Lösung ab. Dieses Verfahren ist an Einfachheit nicht zu überbieten. Bei der Zweibad-Tonung wird das Bildsilber der Schicht in einem Bleichbad in Bromsilber zurückverwandelt. Anschließend wird durch Anlagerung an das Korn oder durch Austausch des Silbers getont. Der erhaltene Farbton ist von der Art des Tonungsbades abhängig. Der Aufbau des farbigen Bildes erfolgt gleichmäßig und kann in jeder Phase gut überwacht werden. Die Bildweißen bleiben auch bei langer Baddauer vollkommen klar. Werden schwefelhaltige Verbindungen angelagert, so entstehen Farbtöne von Braun über Umbra bis Orange. Diese lassen sich durch eine anschließende Goldtonung in einen "Rötelton" überführen. Die Goldtonung lässt sich auch allein anwenden. Der Bildton wird dann blauschwarz. Photopapiere, die von Haus aus einen blauschwarzen Bildton aufweisen, erbringen bei direkter Goldtonung keine wesentliche Veränderung.
 

Literaturhinweis: RICHTIG ENTWICKELN von Tetenal, eine empfehlenswerte Broschüre seit März 1924 !!!