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Selbstentwickeln von SW Filmen

Hinweis: SW Filme wie der Ilford XP2 400 werden wie Farbnegativfilme im Process C41 entwickelt. Da so die aufwändige Selbstentwicklung entfällt, sind solche Filme in idealer Weise für Anfänger geeignet.

  1. 1 Der Negativprozeß *
  2. 1.1 Arbeitsweise der Negativentwickler *

    1.1.1 Ausgleichsentwickler *

    1.1.2 Feinkornentwickler *

    1.1.3 Entwickler mit erhöhter Empfindlichkeitsausnutzung *

    1.2 Technik der Negativentwicklung *

    1.2.1 Geräte für die Negativentwicklung *

    1.2.2 Ansetzen der Lösungen *

    1.2.3 Verarbeiten von Negativmaterial *

    1.2.3.1 Entwickeln *

    1.2.3.2 Unterbrechen *

    1.2.3.3 Fixieren *

    1.2.3.4 Wässern *

    1.2.3.5 Trocknen *

    1.2.3.6 Behandlung der Negative *

    2 Beurteilen der Negative *


    Der Negativprozeß

    1. Arbeitsweise der Negativentwickler
    2. Im Laufe der Zeit sind durch die verschiedenen Probleme in der Photographie unterschiedliche Entwicklungsarten entstanden. Im folgenden werden einige Entwicklertypen, die sich in der Praxis eingeführt haben, besprochen. Wer sich damit nicht beschäftigen will, kann einfach den vom Filmhersteller empfohlenen Entwickler nehmen. Gute Universalentwickler sind D-76 von Kodak, ID-11 von Ilford und Ultrafin Plus von Tetenal.

      1. Ausgleichsentwickler
      2. Es wurde gesagt, dass die Stärke des latenten Bildes die durch die Entwicklung erzeugte Schwärzung bestimmt. Der Schwärzungsumfang eines Negativs muss aber, um kopierbar zu sein, auf der Gradationskurve des Positiv-Materials untergebracht werden können. Streng genommen müßten demnach alle Negative den gleichen Schwärzungsumfang haben. Da aber der Schwärzungsumfang der Negative abhängig vom Verhältnis der Helligkeit der tiefsten Schatten zu den hellsten Stellen des Aufnahmeobjekts ist (Objektkontrast), würde die aufgestellte Forderung bedeuten, dass jedes Negativ individuell entwickelt werden müsste. Eine solche Behandlung ist bei der heutigen Technik nicht möglich. Auf jedem Roh- oder Kleinbildfilm sind Aufnahmen von den verschiedensten Objekten, die zudem meist noch Abweichungen von der richtigen Belichtung aufweisen. In der Tabelle sind die Kontrastumfänge einiger Aufnahmeobjekte zusammengestellt.
         
         

        Aufnahmeobjekt

        Kontrastumfang

        Landschaft mit wenig Vordergrund bei bedecktem Himmel

        1:10 bis 1:40

        Landschaft mit Vordergrund, Wolken und Sonne; Portraits

        1:50 bis 1:100

        Gegenlichtaufnahmen und Innenaufnahmen mit hellen Fensterteilen

        über 1:1000

        Die Entwicklung derartiger Aufnahmen ermöglichen die Ausgleichsentwickler. Sie verhindern, dass die Lichter bei Aufnahmen von Objekten mit großen Kontrasten zu starke Schwärzung erhalten. Stellt man die Wirkung von Ausgleichsentwicklern im Vergleich zu normalen Entwicklern schematisch dar, so ist deutlich zu sehen, dass selbst eine starke Zunahme des Kontrastumfanges nur eine geringe Schwärzungszunahme verursacht. Ausgleichsentwickler haben ein gebremstes Reduktionsvermögen. Eine andere Möglichkeit der Ausgleichsentwicklung bietet die Zweistufen-Entwicklung, bei der nacheinander in Entwickler- und Alkalilösung entwickelt wird. Bei der getrennten Behandlung reichert sich die Schicht im ersten Bad mit Entwicklersubstanzen an, im zweiten Bad erfolgt die Entwicklung. Dabei kann die Entwicklung nur soweit fortschreiten, bis die Entwicklersubstanzen in der Bildschicht verbraucht sind.
         
         

      3. Feinkornentwickler
      4. Mit der Einführung des Kleinbildformates begann die Ausarbeitung von Entwicklern, die eine möglichst feinkörnige Struktur des Silberbildes erzeugen sollten, um die Bildqualität der Kleinbildvergrößerungen den aus großformatigen Negativen gewonnenen Bildern anzupassen. Die Forderung nach ausgleichender Entwicklung blieb bestehen. Das Bestreben, beide Forderungen zu erfüllen, führte zur Ausarbeitung von zwei Entwicklertypen: den Feinkorn-Ausgleichsentwicklern und den echten Feinkornentwicklern oder Feinstkornentwicklern
         
         

      5. Entwickler mit erhöhter Empfindlichkeitsausnutzung


      Eine besondere Entwicklung für die Kleinbildtechnik wurde von W. Beutler geschaffen. Beutler ging von der Tatsache aus, dass das Bromsilberkorn der Schicht das Primäre ist, und dass dieses fabrikatorisch bedingte Korn durch kein Entwicklungsverfahren verbessert werden kann. Es war also notwendig, besonders feinkörniges Material für die Kleinbildaufnahme verwendbar zu machen. Feinstkornschichten haben aber geringere Empfindlichkeit und arbeiten verhältnismäßig steil. Das von Beutler entwickelte Verfahren überwindet diese beiden Nachteile durch besondere entwicklungstechnische Maßnahmen.
      Der Entwickler arbeitet als Schichtoberflächen-Entwickler, außerdem wird die Schärfe des Bildes durch Nachbareffekte gesteigert. Dieses Entwicklungsverfahren lässt sich auch auf Filme mit höherer Empfindlichkeit anwenden und hat als "NEOFIN-Technik" in der ganzen Welt Bedeutung erlangt. Es ist aus der Kleinbild-Photographie nicht mehr wegzudenken.

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    3. Technik der Negativentwicklung
      1. Geräte für die Negativentwicklung
      2. Wer lediglich seine Filme selbst entwickeln möchte, benötigt keine Dunkelkammer. Es genügt ein Wechselsack, um die Filme in eine Tageslicht-Entwicklungsdose einzuspulen. Zum Entwickeln benutzt man eine licht- und wasserdichte Entwicklungsdose, welche die Kippentwicklung ermöglicht. Mit dieser Methode wird die gleichmäßigste Entwicklung des Filmes erzielt. Zum Aufbewahren des Entwicklers sind braune Glas- oder lichtdichte Kunststoffflaschen notwendig. Für alle anderen photographischen Lösungen dürfen klare Flaschen verwendet werden. Ein Thermometer mit gespreizter Skala für eine Temperatur bis 40 °C, ein Meßgerät mit 25 cm3 und zwei weitere mit 500 cm3 und 1000 cm3 Fassungsvermögen sollten unbedingt vorhanden sein. Schließlich benötigt man zum Aufhängen der Filme einige Filmklammern, notfalls lassen sich hierfür auch Wäscheklammern verwenden. Bei der Auswahl der Tageslicht-Entwicklungsdose sollte man sich für einen Typ entscheiden, der ein leichtes Einspulen der Filme und ein schnelles Ein- und Ausgießen der Lösung ermöglicht. Die Spirale, die den Film aufnimmt, sollte möglichst weit geschnitten sein, damit der Entwickler beim Kippvorgang ungehindert über alle Filmlagen strömen kann. Es ist ratsam, das Einspulen des Filmes, das später in vollständiger Dunkelheit erfolgen muss, zunächst mit einem Übungsfilm zu probieren. Vorteilhaft ist es, sich von vornherein Filmspiralen aus glasklarem Kunststoff anzuschaffen, damit bei einer Umkehrentwicklung die Filme zum Zwecke der Nachbelichtung in der Spirale verbleiben können.
        Im Prinzip ist es gleichgültig, welches Fassungsvermögen eine Entwicklungsdose hat. Wer sparsam arbeiten und nur gelegentlich Kleinbildfilme entwickeln will, wird sich eine Dose mit 250 oder 400 cm3 Fassungsvermögen zulegen. Für die Rollfilmentwicklung ist ein Fassungsvermögen von mindestens 450 cm3 erforderlich. Sobald in kürzeren
        Abständen mehrere Filme zu entwickeln sind, ist eine Dose mit einer Doppelspirale und einem Fassungsvermögen von 500 bis 700 cm3 angebracht. In manchen Dosen werden zwei Filme in einer Spirale gleichzeitig entwickelt, wobei diese Filme Rücken an Rücken liegen. Bei dieser Entwicklungsart kann es vorkommen, dass die Lackrückschicht der Filme nicht gänzlich abgelöst wird. Derartige Rückschichtreste lassen sich nachträglich durch ein 10 %iges Sodabad beseitigen. Es empfiehlt sich, Tische und andere Möbelstücke durch Abdecken mit einem Plastiktuch o. ä. vor Entwicklerspritzern zu schützen.
         
         

      3. Ansetzen der Lösungen
      4. Die Frage, ob man photographische Lösungen aus Einzelchemikalien ansetzt oder konfektionierte Packungen benutzt, wurde längst zu Gunsten der konfektionierten Pakkungen entschieden. Für fast alle vorkommenden Arbeiten werden Chemikalienkombinationen angeboten, bei denen nicht nur die photographische Eignung gewährleistet, sondern auch die immer gleichbleibende gute Arbeitsweise garantiert wird.
        Für alle Ansätze kann Leitungswasser verwendet werden. Konfektionierte Bäder enthalten Chemikalien, die Salze des Leitungswassers chemisch binden. Selbstverständlich muss das verwendete Wasser frei von physikalischen Verunreinigungen sein.
        Diese werden durch Filtrieren oder Absetzen vor Verwendung des Wassers entfernt. Der Ansatz der Lösungen geht aus den Gebrauchsanweisungen hervor. Warmes Wasser beschleunigt den Lösungsvorgang; die Temperatur sollte nicht über 40 0C ansteigen, da sonst die Gefahr besteht, dass unvorhergesehene und vielleicht nicht sichtbare chemische Reaktionen auftreten, die die Lösung verderben. Die Auflösung kann durch Rühren oder Schütteln beschleunigt werden.

        Das, Auflösen pulverförmiger Chemikalien geschieht in der Weise, dass diese langsam unter Umrühren in das Wasser gegeben werden, um Klumpenbildung zu vermeiden. Unterbrecher- und Fixierbäder sind - auch bei gleicher Konzentration - nicht gleichzeitig für den Negativ- und den Positivprozeß zu verwenden. Manche Negativmaterialien enthalten Schutzfarbstoffe, die sich im Unterbrecher- oder im Fixierbad lösen und auf den Positiven Flecken verursachen können.

        Photographische Lösungen sollten niemals im Arbeitsgefäß, sondern in einem separaten Kunststoff- oder Glasgefäß angesetzt werden. Man mache es sich zur Regel, photographische Lösungen nicht mit Metallen - ausgenommen Edelstahl - in Berührung zu bringen.

        Rührstäbe aus Glas, Kunststoff oder Hartholz sind eindeutig für ihren Verwendungszweck im Entwickler oder Fixierbad zu kennzeichnen.

        Eine wichtige Voraussetzung für fehlerfreies Arbeiten ist die Sauberkeit sämtlicher Geräte. Einfaches Ausspülen der Dosen, Schalen, Tanks und Vorratsgefäße, selbst mit heißem Wasser, genügt nicht, ~m die Rückstände, die sich in ihnen sammeln, zu entfernen. In regelmäßigen Abständen sollten alle Geräte mit einem chemischen Reinigungsmittel behandelt werden. Es ist darauf zu achten, dass diese Mittel vollständig wieder entfernt werden. Notwendig ist es außerdem, dass alle Flaschen und Behälter über ihren Inhalt einwandfrei Auskunft geben. Getränkeflaschen gehören nicht ins Labor

        Photographische Bäder müssen vor ihrer Verwendung richtig temperiert werden. Alle chemischen Reaktionen verlaufen um so schneller, je höher die Temperatur ist. Die Temperaturmessung muss mit dem Thermometer erfolgen.

        Spuren von sauren Unterbrecher- und Fixierbädern im Entwickler, die beispielsweise an den Händen haften, sind häufig die Ursache von Fehlern.

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      5. Verarbeiten von Negativmaterial
        1. Entwickeln
        2. Für die Filmentwicklung werden von den Amateuren heute fast ausschließlich Dosen benutzt. Bei den lichtdichten Tageslicht-Entwicklungsdose braucht nur das Einbringen der Filme im Dunkeln zu erfolgen, alle anderen Vorgänge können im Hellen ausgeführt werden. Dabei besteht die Gefahr, dass sich beim nachträglichen Einbringen des Entwicklers in die Dose auf der Oberfläche des Filmes Luftblasen bilden, durch die auf dem Negativ helle Punkte entstehen. Um dieses zu vermeiden, muss die Dose nach dem Einfüllen des Entwicklers kräftig aufgestoßen werden. Dadurch lösen sich die Luftblasen vom Film. Steht ein dunkler Raum zum Arbeiten zur Verfügung, ist es vorteilhafter, den eingespulten Film in die mit dem temperierten Entwickler beschickte Dose einzusetzen, die Dose zu verschließen und bei Licht weiterzuarbeiten. Hierbei wird die Dose 20mal in der Minute auf den Deckel gestellt und wieder zurückgedreht. Dieser verstärkte Kipprhythmus hat sich in letzter Zeit gegenüber der früheren Methode mit einmal kippen pro Minute durchgesetzt. Die Entwicklung beginnt in dem Augenblick, in dem der Film mit dem Entwickler in Berührung kommt. Entwicklungszeit und Temperatur sollten möglichst genau eingehalten werden. Wenn nur kurze Zeit entwickelt wird, machen sich geringe Zeitdifferenzen besonders bemerkbar. Die genaueste Zeitmessung erfolgt mit einer Stoppuhr.
          Nach Ablauf der Entwicklungszeit ist der Entwickler möglichst schnell aus der Dose zu entfernen. Man achte deshalb darauf, dass sie sich im lichtdicht verschlossenen Zustand schnell und vollständig entleeren lässt.
           
           

        3. Unterbrechen
        4. Im Anschluss an die Entwicklung wird die Dose möglichst schnell mit Unterbrecherbad gefüllt. Wird Wasser zum Unterbrechen benutzt, ist dieses in schneller Folge mehrmals zu erneuern; andernfalls wirkt es wie ein verdünnter Entwickler. Es findet dann während der Wässerung eine Nachentwicklung statt, das Entwicklungsergebnis kann unkontrollierbar verändert werden. Damit das Unterbrecherbad voll wirksam wird, genügt eine Zeitspanne von 30 Sekunden bis 1 Minute. Danach wird das Unterbrecherbad in die Flasche zurückgegossen.
          Durch die Verwendung eines Unterbrecherbades wird das Fixierbad vor Verschmutzung bewahrt. Unterbrecherbäder müssen sauer sein, ihre saure Reaktion ist ständig zu überwachen.
           
           

        5. Fixieren
        6. Nachdem alle Flüssigkeitsreste vom vorigen Arbeitsgang aus der Dose entfernt worden sind, wird das Fixierbad eingefüllt. Als Fixiermittel dienen in der Schwarzweißphotographie ausschließlich saure Lösungen von Ammonium- bzw. Natriumthiosulfat
          Auf das Unterbrechen kann verzichtet werden, wenn zum Fixieren ein gepuffertes, saures Fixierbad verwendet wird Fixierbäder, die alkalisch geworden sind, sind die Ursache einer Reihe von Fehlern beim Negativprozeß (z. B. dichroitischer Schleier).
          Die für einen Film bei der Verwendung eines bestimmten Fixierbades notwendige Fixierzeit lässt sich leicht bestimmen. Ein unbelichteter Filmstreifen wird in das Fixierbad getaucht und die Zeit gemessen, die benötigt wird, bis der Film durchsichtig ist ("Klärzeit"). Die doppelte Klärzeit ist die Fixierzeit.
          Es sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass die Sorgfalt, mit der das Fixieren durchgeführt wird, die Haltbarkeit des Negativs stark beeinflusst. Der einfache Arbeitsgang verleitet dazu, ihm zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken.
           
           

        7. Wässern
        8. Die Schlußwässerung erfolgt in der offenen Dose. Es ist auf reichlichen Wasserwechsel zu achten, das Wasser muss die Dose von unten nach oben durchströmen. Zweckmäßigerweise führt man das Wasser mit einem Schlauch durch den Spulenkern auf den Boden der Dose. Die Wässerungszeit beträgt etwa 5 bis 30 Minuten.
          Die Aufgabe der Wässerung ist ausführlich beschrieben. Um Flecken durch das Auftrocknen von Wassertropfen zu vermeiden, empfiehlt sich nach der Wässerung die Behandlung des Filmes in einem Netzmittelbad. Abstreifen oder Abledern kann zu Schichtverletzungen führen.
           
           

        9. Trocknen
        10. Zum Trocknen wird der Film der Spirale entnommen und an einem staubfreien Ort aufgehängt. Während der Trocknung darf der Film nicht berührt werden.
           
           

        11. Behandlung der Negative


Das fertige Negativ muss äußerst sorgfältig behandelt werden. Man gewöhne sich an, Filmstreifen nur an den Kanten anzufassen und zu halten. Niemals darf die Schichtseite mit den Fingern berührt werden. Verschmutzungen werden sofort durch spezielle Filmreinigungsmittel entfernt. Sie treten sonst mit der Zeit in verstärktem Maße hervor.
Die trockene Filmschicht ist noch immer leicht verletzbar, Staub lässt sich niemals ganz fernhalten. Staubkörnchen sind so hart, dass sie die Gelatineschicht zerkratzen. Durch eine schützende Lackschicht können Kratzer verhindert werden. Die Gefahr der Beschädigung ist besonders beim Aufrollen unzerschnittener Filmbänder gegeben. Dabei bilden sich kleine Kratzer, die in der Aufsicht matt erscheinen und sich im Positiv als weiße Striche bemerkbar machen. Ziehen sich diese Kratzer durch ein ganzes Negativ, dann erscheinen im positiven Bild sogenannte "Telegraphendrähte". Deshalb werden Kleinbild- und Rollfilme in Streifen geschnitten, die in im Handel befindliche Aufbewahrungstaschen passen. Auch für Einzelnegative und Planfilme sind derartige Taschen erhältlich.
Um die Abbildung von Kratzern im Positiv zu unterdrücken, hat man früher das Negativ zwischen zwei mit Glyzerin befeuchtete Glasplatten gelegt. Diese Maßnahme war zeitraubend und nicht immer erfolgreich. Man verwendet besser Speziallacke zur Beseitigung von Kratzern.

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Eine richtig belichtete Aufnahme soll schwach gedeckte Schatten (helle Stellen im Negativ) und gute Zeichnung aufweisen. Die Lichter (dunkle Stellen im Negativ) dürfen nicht als gleichmäßig schwarze Fläche erscheinen, sondern müssen ebenfalls erkennbare Details zeigen.

Ein Negativ kann unterbelichtet, richtig belichtet oder überbelichtet sein.

In Abb. 7 ist das Ergebnis graphisch interpretiert. Die Strecken a1, a2 und a3, die den Tonwertumfang des Objektes darstellen, sind einander gleich. Die Strecke a1 liegt genau im bildwichtigen Teil der Schwärzungskurve, die Aufnahme wurde richtig belichtet. Die Strecke a2 stellt eine Unterbelichtung dar. Wesentliche Bildteile liegen im Fuß der Kurve, die Schattenschwärzungen (helle Stellen im Negativ) gehen im Schleier verloren. Die Strecke a3 kennzeichnet eine Überbelichtung. In diesem Falle sind die Lichter (dunkle Stellen im Negativ) in das Gebiet der Maximal-schwärzung gerückt, sie werden nicht mehr differenziert wiedergegeben.

Der Negativkontrast ist auf der senkrechten Achse aufgetragen. Für das richtig belichtete Negativ mit dem Objektumfang a1 erhält man den Tonwertumfang k1. Der Unter- bzw. der Überbelichtung entsprechen die Strecken k2 und k3, sie sind kürzer als die Strecke k1. Der Negativkontrast bei Unter- oder Überbelichtung ist verringert.

Ein richtig belichtetes Negativ kann richtig, über- oder unterentwickelt werden.

Richtige Entwicklung, Unter- und Überentwicklung sind in Abb. 8 graphisch dargestellt. Bei richtiger Entwicklung (Kurve A) entspricht dem Objektumfang der Negativkontrast kA. Bei Unterentwicklung (Kurve B) wird der Negativkontrast kB verringert. Die Schattenschwärzungen sind in schwacher Differenzierung vorhanden, die Lichter zu gering gedeckt. Durch Überentwicklung (Kurve C) wird der Negativkontrast kC vergrößert. Das Negativ wird zu hart, die Lichter erscheinen im Positiv kalkig - weiß. Es ist möglich, in begrenztem Umfang eine Unterbelichtung durch Überentwicklung auszugleichen und umgekehrt. Allerdings ergibt nur ein richtig belichtetes und entwickeltes Negativ die beste Bildqualität. Ein optimales Negativ hat auch die optimale Schärfe. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass dichtere Negative schärfer sind. Die Schärfe eines Negativs hängt ab vom Objektiv der Kamera, den Eigenschaften des Filmmaterials und dem Entwickler ab.

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In der nachstehenden Tabelle sind die besprochenen Ergebnisse zusammengestellt:
 

 

Negativcharakter

Ursache

Schatten

Lichter

Kontrast

Belichtung

Entwicklung

gut durchgezeichnet

gut abgestuft gute Deckung

mittel

richtig belichtet

richtig entwickelt

keine Zeichnung durchsichtig klar

schwache Schwärzung

gering

unterbelichtet 

richtig entwickelt

stark gedeckt

hohe Schwärzung wenig Abstufung

gering

überbelichtet

richtig entwickelt

schwache Zeichnung

schwache Deckung

gering

richtig belichtet

unterentwickelt

gute Zeichnung

hohe Deckung geringe Abstufung

hoch

richtig belichtet

überentwickelt

 

 

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